Jennifer Rostock U.S.
Das Schiff Versinkt

Bei 32 Grad nördlicher Breite beweist sich deine kampfbereite Seite
Weißes Wasser vor dir, nur das Meer, das ungeteilte
Versuchst du‘s noch, oder suchst du doch das Weite?
Wo kein Gras mehr wächst, kann man auch in keins mehr beißen
Und wie willst du dich erhängen, wenn alle Stricke reißen?

Das sind nur leere Metaphern, die nichts erreichen
Doch wie weit kommen wir, wenn wir jetzt die Segel streichen?

Wie – wie fest und noch wie lang hältst du das Steuer in der Hand?
Wie – wie weit wirst du gehen, um in das Spiegelbild zu sehen?
Wir wollen verstehen, was uns trägt, was ist verträgt
Und das gelingt erst, wenn das Schiff versinkt, das Schiff versinkt

Wir beladen und erleben, und die Planken kommen ins Wanken
Schwanken angesichts der Last der vielen Pfunde
Bis das Schiff versinkt, das Schiff versinkt, und in dieser Stunde
Gehen wir den Dingen auf den Grund, aber nicht zu Grunde

Ein Sturm kommt auf und greift ins Meer
Befehlt, und wütend, alle Wellen hin und her und verlangt nach mehr

Wie – wie fest und noch wie lang …?
Das Schiff versinkt, das Schiff versinkt
Das Schiff versinkt, das Schiff versinkt